Mein Jahr: Marßels Leichtathlet Jan Kleinekathöfer freut sich mit 6,27 Metern über einen absoluten Höhepunkt
von Karsten Hollmann
Marßel. Leichtathlet Jan Kleinekathöfer von der SG Marßel ist noch nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen. So verbesserte sich der 27-Jährige in diesem Jahr noch einmal im Weitsprung. Noch nie zuvor war Kleinekathöfer 6,27 Meter weit gesprungen. Diese Vorstellung glückte ihm beim heimischen Wettkampf im Juni. "Dort bin ich immer zu besonderen Leistungen fähig", versichert der Doktorand.
Bei diesem Event handelte es sich um den persönlichen Höhepunkt in der Saison des Mehrkämpfers. "Ich bin bereits im Alter von 15 Jahren 6,13 Meter gesprungen und habe also lange Zeit auf eine Steigerung warten müssen", gibt der Sportler zu bedenken. Das Highlight mit dem Team in einem Jahr stellen meist die Landesmeisterschaften im Fünfkampf dar. So war es auch in diesem Jahr. An der Seite von Sebastian Loeper und Niklas Kettler verzeichnete dieser in Delmenhorst auch einen ausgezeichneten dritten Platz für die SG Marßel, die sich als kleiner Verein stets mit großen Klubs wie dem SV Werder Bremen oder mit Leichtathletik-Gemeinschaften messen muss. In Delmenhorst verpasste Jan Kleinekathöfer mit 5,90 Metern knapp die magische Sechs-Meter-Marke. "Im Speerwerfen blieb ich mit 34 Metern deutlich unter meinen Erwartungen", berichtet Kleinekathöfer. Dafür seien die 28 Meter im Diskuswerfen für ihn gut gewesen. "Auch die 25-Sekunden-Zeit über die 200 Meter war okay für mich", versichert Jan Kleinekathöfer. Auch mit dem abschließenden 1.500-Meter-Lauf sei er zufrieden gewesen. "Ich komme aber einfach nicht mehr an die Zeiten heran, die ich mal mit 18 Jahren gelaufen bin. Ich war auf der anderen Seite aber auch schon deutlich langsamer in den vergangenen Jahren", stellt der 27-Jährige fest. Corona und gesundheitliche Probleme warfen den Aktiven in den vergangenen Jahren immer wieder zurück.
Als Mehrkämpfer liegt es natürlich nahe, auch über die Königsdisziplin in der Leichtathletik, den Zehnkampf, nachzudenken. "Da kämen dann noch Hochsprung und Kugelstoßen dazu. In diesen Disziplinen bin ich auch nicht schlecht", betont der Allrounder. Auch den Hürdenlauf würde er aus seiner Sicht hinbekommen. "Es scheitert aber daran, dass wir weder über eine Anlage für den Stabhochsprung noch über die dafür nötigen Stäbe verfügen", gibt Jan Kleinekathöfer zu bedenken. Wenn er sich auf eine Disziplin beschränken müsste, würde er den Weitsprung auswählen. "Es macht mir aber keinen Spaß, wenn ich zum Beispiel nur für drei Sprünge nach Hameln fahren würde", so Kleinekathöfer. Schon gar nicht, wenn diese drei Sprünge dann auch noch misslingen. "Ich habe es in einem Wettkampf tatsächlich schon einmal geschafft, nur ungültige Sprünge an den Tag zu legen. Das ist kein gutes Gefühl", versichert Jan Kleinekathöfer. Dies sei sein negativer Höhepunkt im Jahre 2024 gewesen.
"Aber auch deshalb mache ich bei einem Wettbewerb auch gerne die anderen Sachen mit", erklärt der wissenschaftliche Mitarbeiter an der Universität Bremen. Jan Kleinekathöfer wird bereits seit 16 Jahren von Gerold Christen trainiert. "Ich habe mit Ballspielen beim MTV Eiche Schönebeck angefangen. Damals haben wir dann mit einer Gruppe am Vegesacker Citylauf teilgenommen", erinnert sich Kleinekathöfer zurück. So sei er dann auch schließlich beim Training der LG Bremen-Nord gelandet. Jan Kleinekathöfer begleitete auch Gerold Christen zur SG akquinet Lemwerder, die sich in einer Kooperation mit der SG Marßel befand. Später wurde die Zusammenarbeit dann beendet, sodass sich die Aktiven von Gerold Christen bei der SG Marßel wiederfanden. "Gerold macht ein sehr abwechslungsreiches Training und denkt sich gerade in der Nebensaison immer wieder sehr interessante Sachen aus", schwärmt Jan Kleinekathöfer. Nachdem die älteste Tochter von Gerold Christen, Rebecca, die Gruppe wegen eines Umzugs verlassen hatte, war Kleinekathöfer plötzlich der alte Hase bei der SGM.
"Da aber auch einige andere Athletinnen wie Johanna Christen inzwischen erwachsen sind, fühle ich mich nicht zu alt, auch wenn wir natürlich über viele Aktive im jüngeren Bereich verfügen", sagt Jan Kleinekathöfer. Die neue persönliche Bestleistung von 6,27 Metern in diesem Jahr sei für ihn ziemlich überraschend gekommen. "Ich habe schließlich nicht gezielt darauf hingearbeitet", versichert Kleinekathöfer. Er verbesserte somit seine alte Bestmarke noch einmal um acht Zentimeter. Stolz ist Jan Kleinekathöfer auch auf die sportlichen Erfolge seiner kleinen Schwester Mara Kleinekathöfer. Die 17-Jährige läuft im Mittelfeld beim SV Werder Bremen II in der Fußball-Regionalliga Nord der Frauen auf.
Aus "Die Norddeutsche" vom 15.12.2025